NÖ Kindersommerspiele Herzogenburg
Dreihundertsechzig Grad Rundgang durch das Festgelände
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Biblische Erzählung zum Gründonnerstag

Johannes 13,1-15 Fußwaschung

Jesus wusste, dass er bald sterben würde. Noch einmal wollte er mit seinen Freunden Mahl halten. Bevor es begann stand Jesus auf, legte sein Gewand ab und band sich ein Leinentuch um. Seine Freunde wunderten sich: Was hat er vor? Jesus goss Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen. Als er zu Petrus kam, sagte dieser zu ihm: „Was machst du? Das lasse ich nicht zu, auf gar keinen Fall!“ Doch Jesus entgegnete: „Aber bald wirst du wissen, warum ich das tue. Glaube mir: Wenn ich es nicht tue, gehörst du nicht richtig zu mir.“ „Dann wasch mich bitte ganz!“ bat Petrus. „Auch meine Hände und mein Gesicht!“ „Das ist nicht nötig“, sagte Jesus zu ihm. „Wenn ich deine Füße wasche, dann ist das genug.“ Und er fuhr fort, allen Jüngern die Füße zu waschen. Danach stand Jesus auf, trug die Schüssel zurück und setzte sich an den Tisch zu seinen Jüngern. „Seht!“ sagte er, „Ich bin euer Herr. Und doch habe ich getan, was sonst nur ein Diener tut. So sollt auch ihr Diener sein und einander dienen.“ Da schwiegen die Jünger beschämt. Sie spürten alle: Dies hatte Jesus für sie getan. Und sie begannen zu ahnen: Bald würde er noch viel mehr tun für sie alle.

Endlich war es soweit: Das Passamahl konnte beginnen. Auf dem Tisch stand ein festliches Essen mit Lammfleisch, Kräutern und Soße, mit dem flachen Brot und einem großen Becher, der mit Wein gefüllt war. Die Jünger saßen um den Tisch und schauten voller Erwartung auf Jesus.

Doch Jesus sagte traurig: „Dies ist das letzte Mahl, das ich mit euch esse. Bald werde ich nicht mehr bei euch sein. Meine Feinde werden mich verhaften und töten. Und einer von euch wird mich verraten.“ Die Jünger sahen sich entsetzt an. Jesus verraten? Unmöglich! Wen meinte Jesus? Die Jünger verstanden nicht, was hier vor sich ging. Sie saßen da und warteten, dass Jesus über dem Brot und Wein die Worte sprach, die immer beim Passamahl gesprochen wurden, Worte, die an den Auszug aus Ägypten erinnerten. Da nahm Jesus das Brot, dankte Gott, brach es, gab es seinen Jüngern und sprach: „Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.“

Danach nahm er auch den Becher, dankte Gott, gab ihn seinen Jüngern und sprach: „Trinkt alle draus! Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ Da horchten die Jünger auf. Nein, das waren nicht die Worte die sonst beim Passamahl gesprochen wurden! Das waren neue, unerhörte Worte! Worte, die von ihrem Herrn und von seinem nahen Tod sprachen. Schweigend nahmen sie das Brot aus seiner Hand, dazu den Becher mit Wein und aßen und tranken. Aber sie spürten: Alles war anders bei diesem Passamahl. Sein eigenes Leben gab Jesus für sie hin!

aus: Irmgard Weth, Neukirchener Kinderbibel