NÖ Kindersommerspiele Herzogenburg
Dreihundertsechzig Grad Rundgang durch das Festgelände
Seite durchsuchen

Ein Brief an die Kinder zum 3. Fastensonntag

Liebe Kinder!

Das Evangelium des 3. Fastensonntags berichtet darüber wie Jesus sich gefühlt hat, als er kurz vor dem Pessachfest in den Tempel gekommen ist und gesehen hat, was die Menschen aus dem Haus seines Vaters gemacht hatten:
Evangelium nach Johannes (Kapitel 2, Verse 13-25 in leichter Sprache)

Jesus räumt den Tempel auf. Jesus lebte vor 2000 Jahren. Vor 2000 Jahren waren viele Sachen anders. Zum Beispiel das Haus zum Beten. Das Haus zum Beten hieß Tempel. Im Tempel konnten die Menschen nahe bei Gott sein.
Viele Menschen gingen in den Tempel. Die Menschen wollten nahe bei Gott sein. Und Gott etwas schenken. Viele Menschen wollten Gott ein Tier schenken. Zum Beispiel ein Schaf. Oder eine Kuh. Oder eine Taube.

Die Menschen konnten im Tempel die Tiere kaufen: Die Kühe und Schafe waren im Tempel festgebunden. Die Tauben waren im Taubenkäfig. Die Verkäufer von den Tieren verdienten viel Geld. Die Tiere im Tempel machten viel Krach. Keiner konnte leise beten. Und mit Gott sprechen.
Einmal kam Jesus in den Tempel. Jesus wollte beten. Jesus wollte mit seinem Vater im Himmel sprechen. Aber überall standen Kühe. Und Schafe. Und Tauben im Taubenkäfig. Und Tische. Und das viele Geld von den Verkäufern. Überall war Krach.
Das alles machte Jesus traurig. Und wütend. Weil keiner mit Gott sprechen konnte.

Jesus tobte. Jesus jagte die Tiere und die Verkäufer aus dem Tempel raus. Und warf das viele Geld auf den Boden. Und schubste alle Tische um.
Jesus schrie: Bringt die Taubenkäfige weg. Macht alles sauber. Der Tempel ist zum Beten. Der Tempel ist das Haus für Gott. Gott ist mein Vater im Himmel. Ihr macht das Haus von meinem Vater zu einem Supermarkt.

Einige Leute fragten Jesus: Darfst du so herumtoben? Jesus sagte zu den Leuten: Ihr macht den Tempel kaputt. Ich baue den Tempel in 3 Tagen wieder auf. Dieser Satz war für die Leute schwer zu verstehen.
Die Leute dachten: Jesus spinnt. Die Leute lachten Jesus aus.
Die Leute sagten: Das schaffst du nie. Du kannst den Tempel nicht in 3 Tagen aufbauen. Du brauchst mindestens 46 Jahre zum Tempelbauen. Die Freunde von Jesus hörten Jesus gut zu. Die Freunde konnten Jesus auch nicht verstehen. Aber die Freunde dachten nach. Die Freunde überlegten, was Jesus meinte.

Eines Tages konnten die Freunde den Satz von Jesus doch verstehen. Das war, als Jesus von den Toten auferstanden war. Da wussten die Freunde: Jesus ist selber ein Tempel für Gott. Bei Jesus können die Menschen nahe bei Gott sein. Jesus war tot. Da war Jesus wie ein kaputter Tempel.
Nach 3 Tagen ist Jesus auferstanden.
Da war Jesus wie ein neu gebauter Tempel. Jetzt können die Menschen wieder zu Jesus gehen. Jesus ist wie ein neu gebauter Tempel.

Zum Nachdenken:
Im Tempel, dem Gotteshaus zurzeit Jesu, haben Händler und Geldwechsler ihre Geschäfte gemacht. Das war den Menschen vielleicht sogar wichtiger als das Gebet selbst, vielleicht haben sie dabei auch so manche Menschen betrogen beim Wechseln. Das wollte Jesus nicht dulden, und er ist sehr energisch dagegen vorgegangen. Es hat ihn richtig wütend gemacht!

Eine Frage: Ist dir das Gebet wichtig? Besprichst du deine Sorgen, Gefühle aber auch deine Dankbarkeit mit Gott? Kannst du beim Gebet gut zuhören, was Gott dir sagen will? Wie oder wo betest du zu Hause?
Vielleicht kannst du dir in deinem Zimmer einen kleinen Platz für dein Gespräch mit Gott herrichten. Zum Beispiel: ein kleines Deckerl, eine Kinderbibel, ein Gebetswürfel und Naturmaterialien, die du draußen gefunden hast.

Was machst du, wenn du so richtig wütend bist? Wie gehst du mit diesem Gefühl um? Es ist wichtig auch dieses Gefühl zuzulassen und zu versuchen, dieses Gefühl kontrolliert wieder weg zu bekommen. Wenn man auf jemanden oder auf eine Situation wütend ist, ist es gut, wenn diese auch benannt wird.

Bringe deine Beobachtungen zur Sprache! Sprich deine Gefühle an, so wie sie gerade da sind, teile deine Bedürfnisse mit, formuliere eine Bitte. Tu das mit einer Ich-Botschaft, so zum Beispiel:

Ich habe gemerkt, dass Du in letzter Zeit öfters in meinem Zimmer gewesen bist und Dir mein Playmobil genommen hast, danach war der Kasten immer unordentlich. Das nervt mich. Ich möchte meinen Kasten immer ordentlich haben, denn es dauert ziemlich lange und es ist anstrengend ihn zu ordnen. Ich bitte Dich, frag‘ mich vorher, wenn Du Dir etwas ausleihen möchtest und bitte stell‘ die Sachen wieder ordentlich in den Kasten zurück.

Gibt es in unserer Kirche auch Dinge, die du nicht verstehst? Oder auch etwas, das du gerne geändert haben möchtest? Falls Du eine gute Idee hast, wie man das verwirklichen kann, dann schreib uns bitte Deine Ideen. Wir freuen uns jedoch auch über positive Rückmeldungen und eure gemalten Seelenvögel: pfarre@stift-herzogenburg.at.

Und dann haben wir noch eine Bastelei rausgesucht, die dir dabei helfen kann, die Wut, die du vielleicht manchmal verspürst, in den Griff zu bekommen, einen Wutball.

Der Wutball

Du brauchst:

  • 2 Luftballons, aufgeblasen und die Luft wieder rausgelassen
  • Trichter
  • Löffel
  • Vogelsand
  • Schere
  • wasserfester Stift

Fülle mit der Hilfe des Trichters und des Löffels Vogelsand in einen Luftballon, schneide anschließend den Hals des Luftballons ab.

Schneide beim zweiten Luftballon ebenfalls den Hals ab und stülpe ohne über den zweiten Luftballon mit dem Vogelsand.

Male mit dem Filzstift ein Vogelgesicht auf den Ball. Jetzt kannst du den Wutvogel kneten, an die Wand werfen, auf den Boden knallen…

Eine schöne Fastenwoche wünschen dir und deiner Familie,
Pfarrer H. Mauritius, Gerti, Rosi, Alexandrea, Alex und Sigrid