NÖ Kindersommerspiele Herzogenburg
Dreihundertsechzig Grad Rundgang durch das Festgelände
Seite durchsuchen

Geschichte spielerisch vermitteln

Das Motto der diesjährigen NÖKISS, „vorwärts. rückwärts. seitwärts. stopp! Die Zeit und ihre Geschichten.“ ist eine Anspielung auf das Gedenkjahr 2018. Erst unlängst wurden wir darauf angesprochen, wie sich denn dieses Motto im Programm wiederfindet? Wie wir – abseits von der Demokratiewerkstatt mit Altbundespräsident Heinz Fischer – die doch ernsten Themen eines Erinnerns an 1848, 1918, 1938, 1968 Kindern vermitteln möchten. Natürlich spielerisch!

 

Nein, wir haben keine wissenschaftlichen Debatten geplant, im NÖKISS-Programm finden sich keine Beiträge zur Revolution von 1848 oder dem Republikgeburtstag 1918. Und das diesjährige Programm ist dann doch etwas bunter als das eines Historikerkongresses.

 

Und 1, und 2, und 3, und 4, und 5, und 6, und siiiieeeben, ein Hut ein Stock ein Damenunterrock und vorwärts rückwärts seitwärts stopp!

Ganze Tageswanderungen der Wakaiuks (das ist der Indianerstamm, der die NÖKISS begründet hat) haben wir damals in diesem Rhythmus zurückgelegt. Viele Kinder kennen dieses einfache Spiel auch heute noch; es wird unser diesjähriges Festival begleiten. Da es schon von älteren Generationen gespielt wurde verweist es indirekt auf Vergangenheit, auf Geschichte und eben auch auf alte Spiele, auf Spiele, wie sie von früheren Generationen von Kindern gespielt wurden. Und so werden wir nicht nur gemeinsam mit vielen Kindern täglich in der Arena alte Spiele spielen, sondern das auch generationsübergreifend mit älteren und alten Menschen spielen. Kinder von heute werden im Kreativdorf auch selbst alte Spiele neu basteln und mit nach Haus nehmen.

vorwärts. rückwärts. seitwärts. stopp!

In „vorwärts. rückwärts. seitwärts. stopp!“ Steckt aber auch das Zählen und die Bewegung in unterschiedliche Richtungen. Genau diese Bewegungen werden wir in der Geschichte machen.

Über Mut und Zivilcourage

Manchmal vorwärts in die Zukunft zu einem fantastischen Leben auf anderen Planeten (Cocopelli, Einmal Weltraum und zurück), dann wieder rückwärts in die frühe Neuzeit zu Shakespeare (Der Sturm, Theatro Piccolo), ins Mittelalter (Carmina Burana) oder gar in die Antike (NMS Herzogenburg, Odysseus). Und schließlich reisen wir auch in die Gegenwart zu ganz alltäglichen Gefühlen und Bedürfnissen wie der Angst (Jeunesse, Über‘s Fürchten), Freundschaft (Schneck + CO, Post für den Tiger) oder Freiheit (Theater Asou, Rapunzel frisch frisiert). Überall werden wir anhalten und genau hinschauen, welche Sehnsüchte uns Menschen schon immer begleitet haben (Marko Simsa, Walzerschritt und Polkahit), welche Weisheit in alten Texten steckt (event.theater.company, Der kleine Prinz) oder wie aktuell Märchen sind (Theater im Ohrensessel, Auf nach Bremen).

Mut zu Diversität und Glaube

Und nicht zuletzt braucht es in unserer säkularisierten Welt oft schon Mut, seinen Glauben zu leben, sich für eine Gemeinschaft einzusetzen, raus aus der eigenen Komfortzone zu gehen. Fast ein halbes Jahrhundert NÖKISS-Familie über Religions- und Parteigrenzen hinaus zeigen, dass das nach wie vor möglich ist. Teil dieser Gemeinschaft von fast 1.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu sein, lehrt so manches: Freundschaft, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Spaß am Zusammenarbeiten. Hier wird nicht zwischen Arm und Reich, zwischen Links und Rechts, zwischen Christen und Muslimen unterschieden. Hier wird eine Welt der Vielfalt aufgemacht, mitten im katholischen Kloster. Und hier wird für mehr gearbeitet, als finanziellen Erfolg; im Gegenteil: Es wird versucht, den Kommerz bewusst außen vor zu lassen. Das müssen selbst unsere Sponsoren erfahren. Im Mittelpunkt steht immer das Ziel, auch zukünftigen Generationen dieses besondere Fest zu ermöglichen.

Die 47. NÖKISS versuchen so vielfältig wie die Zeit und ihre Geschichten zu sein.

Vielfalt lässt sich jedoch schwer beschreiben, sondern muss vielmehr erlebt werden. Und dazu wird es ab Freitag jede Menge Gelegenheiten geben. Also los!